Hoeren und Lesen Blog

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9. Mai 2008

Lesereise von Michael Chabon

Abgelegt unter: Lesungen — Wolfgang Haan @ 09:16

Michael Chabon in Deutschland und der Schweiz

Zum Erscheinen seines neuen Romans Die Vereinigung jiddischer Polizisten auf Deutsch kommt Michael Chabon zu einer Lese-Tour nach Deutschland und in die Schweiz:

Die Termine:

26. Mai 2008 Köln, Literaturhaus, Schönhauser Str. 8, 20:00 Uhr - PREMIERE
27. Mai 2008 Stuttgart, Literaturhaus, Breitscheidstr. 4, 20:00 Uhr
28. Mai 2008 Zürich, Schauspielhaus Pfauen, Rämistr. 4, 20:00 Uhr
29. Mai 2008 Hamburg, Literaturhaus, Schwanenwik 38, 20:00 Uhr
30. Mai 2008 Berlin, Jüdisches Museum, Lindenstr. 9-14, 19:00 Uhr

6. April 2008

Fabelhaft

Abgelegt unter: Lesungen — Birgit Haan @ 10:48

Mitten in der Fastenzeit fand in der Kölner Kulturkirche ein gehaltvolles Schauspiel statt. Im Rahmen der Lit. Cologne 2008 las dort John Boyne bei seinem ersten Deutschlandauftritt aus seinem Buch “Der Junge im gestreiften Pyjama”. Als deutschen Sprecher der zweisprachigen Veranstaltung konnte man Ulrich Matthes gewinnen, welcher auch das im Argon Verlag erschienene Hoerbuch besprochen hat. Doch die 90-minütige Veranstaltung, welche von Margarete von Schwarzkopf vor ausverkauftem Haus moderiert wurde, hatte weit mehr zu bieten als “nur” eine Lesung.

Zu Beginn wirkte John Boyne noch etwas unsicher, was sich vermutlich mit einem seiner ersten Auftritte vor einem für ihn fremdsprachigen Publikum erklären lässt. Denn schon nach kurzem gewann er seine Souveränität zurück und entschuldigte sich witzelnd: “(Die Lesung findet in Deutsch und Englisch statt) because my german is not there.” Das John Boyne nur Englisch sprach, tat dem Erfolg des Abends keinen Abbruch. Dies ist insbesondere der hervorragenden Gesprächsführung von Frau von Schwarzkopf und ihren kurzen, aber äußerst prägnanten Übersetzungen zu danken.

Die Idee zu “Der Junge im gestreiften Pyjama” kam John Boyne während eines Spaziergangs: “Zwei Jungen sitzen sich, getrennt von einem Zaun, in exakt der gleichen Position gegenüber und unterhalten sich.” Diese Szene findet sich auch im Buch wieder und ist auch Bestandteil der Lesung. Doch bevor diese beginnt, erläutert der Autor das für ihn Außergewöhnliche an diesem Roman: zum einen wurde er von ihm innerhalb von wenigen Wochen geschrieben und zum anderen handelt es sich nicht um ein stehendes Werk, sondern vielmehr um eine universelle Fabel, in denen der Ort “Auswisch” und die Person “Der Furor” nicht absolut sind.

Unerwartetes auch von Ulrich Matthes, im positiven Sinne. Während der Lesung ganz Routinier, geriet der zweimalige “Schauspieler des Jahres” fast ins Schwärmen, als er von Margarete von Schwarzkopf gefragt wurde, wie er sich auf die Aufnahme eines Hoerbuches vorbereitet: “Ich zieh mich mit dem Buch wirklich erstmal zurück … Das erste Mal laut lese ich (es dann) im Studio. Also das unterscheidet auch die Theaterarbeit ganz wesentlich von der Hörbucharbeit. … Ich lese das nur im Kopf. Nie laut, nie! … bis ich das erste Mal vors Mikro gehe. Und dann sitze ich da in so einem kleinen Kämmerlein und hab nur das Mikro und den Text. Und das ist in dieser totalen Konzentration auf mich selber und dieses Buch wunderbar und mit nichts anderem vergleichbar. ”

Diese Hingabe merkt man allen von Ulrich Matthes gesprochenen Hoerbuechern auch an. Für die Lesung Nabokovs “Pnin” gewann er 2003 den “Deutschen Hörbuchpreis”. Und seine Lesung von “Der Junge im gestreiften Pyjama” wurde 2008 wiederum für diesen Preis nominiert.

Der gelungene und kurzweilige Abend endete mit einer “Signierstunde”. Überraschenderweise waren zunächst die Publikumsschlangen an den Verkaufsständen länger als jene in Richtung Autor/Sprecher. Doch dieser Eindruck klärte sich schnell auf; sah man doch in den Händen der Käufer überwiegend die Originalausgabe oder das Hoerbuch, welches signiert werden sollte.

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