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9. November 2008

Papst verurteilt Grauen der Reichspogromnacht

Abgelegt unter: Redaktionelle Beiträge — Wolfgang Haan @ 15:04

Papst Benedikt XVI. hat anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht die systematische Judenverfolgung unter den Nationalsozialisten verurteilt. Ein solches Grauen dürfe niemals wieder geschehen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer Messe in Rom. Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 sei der Anstoß der deutschen Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten gewesen, die in der Shoah endete. Bürger müssten sich überall gegen Antisemitismus und Diskriminierung engagieren.

(AFP)

Wir dürfen nicht schweigen

Abgelegt unter: Redaktionelle Beiträge — Wolfgang Haan @ 15:00

Berlin (AP) Anlässlich des 70. Jahrestags der Pogromnacht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. Auf der zentralen Gedenkveranstaltung in der größten Synagoge Deutschlands in Berlin bezeichnete sie die Judenverfolgung am Sonntag als das «dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte». Die Lehre daraus müsse sein: «Wir dürfen nicht schweigen.»

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, forderte, dem Rechtsextremismus in Deutschland den Kampf anzusagen. «Es gilt sensibel zu sein für die leisen und weniger leisen Signale antidemokratischer Entwicklungen in unserem Lande.»

Papst Benedikt XVI. erinnerte in Rom an die Reichspogromnacht. Er hoffe, dass die Schrecken von damals die Menschen dazu ermutigten, gegen alle Formen des Antisemitismus einzutreten.

Solidarität mit Israel

Mit der Reichspogromnacht wurde der organisierte Massenmord an sechs Millionen Juden vorbereitet. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 zogen SA-Trupps mit brachialer Gewalt durch die Straßen, zündeten Synagogen an, prügelten zahlreiche Juden zu Tode und zerstörten ihre Geschäfte und Wohnungen.

Auch die 1904 erbaute Synagoge in der Berliner Rykestraße im Stadtteil Prenzlauer Berg, in der am Sonntag die zentrale Gedenkveranstaltung stattfand, wurde in Brand gesteckt. Das Feuer wurde aber schnell wieder gelöscht, um die umliegenden Wohnhäuser nicht zu gefährden. Damit zählt die Synagoge zu den wenigen jüdischen Sakralbauten in Deutschland, die die Nazizeit weitgehend unbeschadet überstanden.

Merkel sagte in ihrer Rede, es sei alles andere als selbstverständlich, dass jüdisches Leben heute wieder in Deutschland Fuß gefasst habe. Sie warnte davor, mit Gleichgültigkeit auf rechtsextremistische Tendenzen in Deutschland zu reagieren. «Antisemitismus und Rassismus bedrohen unsere grundlegenden Werte: die Werte der Demokratie, der Vielfalt und der Achtung der Menschenrechte», betonte Merkel. «Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus dürfen in Deutschland und Europa nie wieder eine Chance haben.»

Dem Staat Israel versicherte Merkel erneut die Solidarität der Bundesregierung. «Israel zu schützen, ist Teil der Staatsräson Deutschlands.»

Knobloch für Expertengremium zum Antisemitismus

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Knobloch, berichtete in ihrer Rede von ihren eigenen Erinnerungen an die Reichspogromnacht, die sie als sechsjähriges Mädchen in München erlebte. Sie habe nie aufgehört, die Tränen von damals zu vergießen, sagte sie. «Sie begleiten mich ein ganzes Leben lang.» Die willkürliche Gewalt von damals sei heute noch so präsent, «als ob es erst gestern geschehen wäre».

«Jene Nacht muss uns und insbesondere den künftigen Generationen Mahnung und Auftrag sein», sagte Knobloch. Sie forderte die Einsetzung eines Expertengremiums zur Untersuchung des Antisemitismus in Deutschland. Ein solches Gremium würde es ermöglichen, «Material und Informationen wissenschaftlich aufzuarbeiten und klare Wege aufzuzeigen, wie den braunen Rattenfängern entgegengearbeitet werden könnte».

Kritik an Wulff hält an

Knobloch griff bei der Gedenkveranstaltung indirekt den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff an, der von einer «Pogromstimmung» gegen Manager gesprochen hatte. «Es genügt mir nicht, wenn ein Politiker, dem man eine Vorbildfunktion zurechnet, die gegenwärtigen Finanzthemen mit den Nazigräueln vergleicht», sagte sie. «Dieses mangelnde Geschichtsbewusstsein ist nicht hinzunehmen.»

Wulff hatte sich bereits am Freitag für seine Äußerung entschuldigt. Der Zentralrat hatte dies aber nicht als ausreichend erachtet.

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OVG bestätigt Verbot von Neonazi-Demo in Aachen

Abgelegt unter: Redaktionelle Beiträge — Wolfgang Haan @ 14:58

Münster/Aachen (ddp-nrw).

Die geplante Demonstration von Neonazis am Samstag in Aachen bleibt verboten. Dies entschied das NRW-Oberverwaltungsgericht am Freitag in Münster. Die Richter bestätigten damit die Verbotsverfügung des Polizeipräsidenten von Aachen. Zur Begründung hieß es, durch die von rechten Kameradschaften organisierte Veranstaltung gehe eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus. Offensichtlich wollten die Veranstalter die Reichspogromnacht der Nazis vor 70 Jahren verharmlosen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der sogenannten Reichskristallnacht, waren in Deutschland jüdische Gotteshäuser angezündet, jüdische Friedhöfe geschändet, Tausende jüdischer Geschäfte zerstört und Wohnungen verwüstet worden. Die Pogrome gelten als Beginn der systematischen Judenverfolgung durch das nationalsozialistische Regime.

(ddp)

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