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Ruth Rendell - Der Duft des Bösen

Ruth Rendell
Der Duft des Bösen


Goldmann Verlag, 2006
Gebunden
445 Seiten


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Ein Antiquariat als Quelle des Bösen

Ruth Rendell - Der Duft des Bösen

Vergeblich protestiert der „Verband der Rottweiler-Züchter“ und schreibt unzählige wütende Leserbriefe an die Regenbogen-Presse. Trotzdem bleibt die Boulevardpresse beim Spitznamen „Der Rottweiler“, wenn sie über den unheimlichen Mörder von bereits 4 Mädchen berichtet. Dabei stört es die Medien nicht besonders, dass die Bissmale am Hals des ersten Opfers gar nicht vom Täter, sondern von ihrem Partner stammten.

Neugierig und sensationslüstern verfolgen die Antiquitätenhändlerin Inez und ihre Angestellte Zeinab die Berichterstattung. Bisher kann die Polizei keine Ergebnisse vorweisen und ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Jedem Opfer wurde ein Gegenstand entwendet. Diese werden ständig im Fernsehen gezeigt oder in den Printmedien Großformatig abgebildet. Inez Leben verläuft in geordneten, langweiligen Bahnen, bis sie eines Tages unter dem Krimskram in ihrem Laden eines der Schmuckstücke findet.

Sofort benachrichtigt sie die Polizei, welche ihre beiden besten Ermittler schickt. Inspektor Clousseau wäre stolz auf die beiden trotteligen, bornierten und unfähigen Polizisten gewesen. Die Verhöre der Hausbewohner ergeben für die Polizisten keinen Anhaltspunkt auf den Täter. Doch Inez wird schnell hellhörig bei den verschiedenen Äußerungen ihrer Mieter und Angestellten. Denn diese Widersprechen in Details den Geschichten, die diese bisher ihrer Vermieterin aufgetischt haben. Anfänglich ist die gutmütige Inez davon überzeugt, die Unterschiede resultieren nur aus Befangenheit gegenüber der Polizei. Doch im Laufe der Zeit fallen ihr immer weitere Ungereimtheiten auf, die damit nicht erklärbar sind.

Ständig steigender Spannungsbogen

Die Spezialität Ruth Rendells ist nicht ein reißerischer Plot sondern die psychologisch glaubwürdige Charakterentwicklung. Dazu bedarf es etwas Raum, um dem Leser die notwendige Zeit zu geben, sich mit den Personen anzufreunden. Diesem Rezept folgend beginnt der Roman mit der Vorstellung der wichtigsten Handlungsträger. Dabei erfährt der Leser wie nebenbei, dass Jeder ein Geheimnis hat. Wieso macht Inez jedes Mal den Fernseher aus, bevor sie Gäste in ihre Wohnung lässt. Warum will der Vater Zeinabs trotz der Mordserie nicht, dass diese von Inez nach Hause gebracht wird? Warum verschweigt Becky ihrem neuen Lover James die Existenz ihres Neffen Will? Und welche Rolle spielt der naive Freddy und sein 16-jähriger, Armani Anzüge tragender Freund Anwar?

Schon nach erstaunlich kurzer Zeit erfährt der Leser, wer der Serienkiller ist. Doch ist damit das Buch zu Ende? Mitnichten! Ab hier entwickelt die Geschichte eine eigenartige Eigendynamik. Wer der Täter ist, tritt in den Hintergrund. Vordergründig wird erstens die Motivation des Mörders und zweitens seine Versuche, seine Täterschaft erfolgreich zu verbergen. Und der Leser erfährt Stück für Stück weitere Einzelheiten über die kleinen, schmutzigen Geheimnisse. Durch diese Details gewinnen die Personen an Schärfe, aber teils auch erheblich an Sympathie. Ihr Handeln wirkt nicht mehr uneigennützig oder cool, sondern berechnend, skrupellos oder überheblich. Bis auf wenige Ausnahmen muss der Leser im Laufe der Story seinen Eindruck der Protagonisten revidieren. Einzig der Täter wird weder positiv noch negativ dargestellt, sondern bewegt sich in einer Art emotionalem Vakuum. Dies klingt makaber, aber wenn man sich vor Augen führt, dass es hier nicht um die Dramaturgie einer Hetzjagd auf einen Mörder geht sondern um die glaubwürdige Charakterisierung eines eiskalten Killers, schließt sich der Kreis. Dabei entwickelt der Leser ein wissenschaftliches und kein menschliches Interesse am Täter. Dieser Sachverhalt löst sich erst gegen Ende des Romans in einem überraschenden Ende auf.

Fazit: Glaubwürdige Charaktere, ständig steigender Spannungsbogen und überraschende Wendungen führen dazu, dass man diesen Roman schwerlich wieder aus der Hand legen kann. Für alle Fans des alltäglichen Grauens die perfekte Wahl.

Rezensent: Wolfgang Haan







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