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Judith Kuckart - Wünsche

Judith Kuckart
Wünsche


Dumont Literatur und Kunst, 2013
300 Seiten
Hardcover


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Die Summe aller Zufälle

Judith Kuckart - Wünsche

Es ist Silvester, Vera Conrads 46. Geburtstag. Und seit sie 18 Jahre alt wurde, läuft jedes Jahr die gleiche Routine ab: nachmittags kommen ihre Freunde zu Besuch und dann guckt man bei Sekt und Mettbrötchen gemeinsam den Film, in dem sie als 12-jährige mitgespielt hat. Aber dieses Jahr ist es anders: sie verlässt morgens das Haus, ohne Handy und Haustürschlüssel, und fährt zum Hallenbad: „Nur einmal ist Vera hier gewesen, vor Jahren, als Jo noch Kindereintritt zahlte“. In der Umkleidekabine steht neben ihr eine Frau, die deutlich jünger ist, ihr aber vage ähnelt. Vera folgt der jungen Frau in den Gemeinschaftsduschraum und „Plötzlich hat Vera das Gefühl, sie könnte tatsächlich das Gesicht der anderen ausprobieren wie ein Kleid und dazu deren Leben, wie eine zweite Biographie, die genauso möglich gewesen wäre wie die, die zufällig ihre eigene geworden ist.“ Sie stiehlt deren Personalausweis, Kleidung und Geld und verwirklicht ihren Jugendtraum - sie flieht nach London.

Gleißendes Glück

Die Geschwister und Kaufhaus-Erben Meret und Friedrich Wünsche sind die beiden anderen Protagonisten, auf die Judith Kuckart ihr Hauptaugenmerk wirft. Die Beiden sind gegensätzlicher, wie Geschwister nicht sein können: sie, das schwarze Schaf der Familie, lebt extravagant in den Tag hinein während ihr Bruder, ein erfolgreicher Manager, das alte Familienkaufhaus zu neuem Glanz führen will mit einer ganz neuen, eigenwilligen Geschäftskonzeption: ein Retro-Online-Warenhaus. Ob ihm das Gelingen wird und ob seine Schwester den Turn-Around zur gefragten Mode-Designerin schafft, bleibt im Roman ungeklärt. Denn der Roman spielt nur im Zeitraum von Januar bis September und so werden wir nicht Zeugen einer großartigen Veränderungen, sondern der Wünsche, die diesen vorangestellt sind. Ob und wie sie sich verwirklichen, wird hintangestellt und ist für den Roman auch zweitrangig. Das Ringen der Figuren mit sich, der Umwelt und der Erwartungen ist es, was diesen trägt und so interessant macht. Und das er in der Provinz angesiedelt ist denn „In der Provinz zu leben ist wie Warten, Provinz liegt außerhalb der Zeit, nichts ändert sich, alles bleibt gleich und noch dazu im Schatten.“

In Judith Kuckarts siebtem Roman „Wünsche“ geht es um Lebensplanung und den Wunsch, noch mal neu Anzufangen, wenn man sich eigentlich schon bald zur Ruhe setzen kann. Ist das Leben, welches man lebt/gelebt hat, das Leben, dass man sich gewünscht hat? Hätte nicht alles anders kommen können? Hat man nicht irgendwo eine falsche Abzweigung genommen? In einer Zeit, in der in der Literatur immer weniger Fragen gestellt werden, nimmt sich die Autorin dieser und anderer existenzieller Fragen auf klare und prosaische Art und Weise an.

Katzengold

Doch gibt es manche Dinge, die das Vergnügen an dem Roman trügen. Müssen die Geschwister ausgerechnet plakativ "Wünsche" heißen? Der Sohn unbedingt "Joseph Conrad" und ist auch noch Seemann? A. L. Kennedys Roman "Gleißendes Glück" in den Vordergrund gerückt werden? Diese und andere flache Bilder lassen den Leser so manches mal in der Lektüre stocken und sich wünschen, die Autorin wäre subtiler vorgegangen. Das sie dies kann, hat sie mit dem Vorgänger-Roman "Die Verdächtige" bewiesen.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Silvester in einer kleinen Stadt: Vera geht schwimmen. Es ist ihr 46. Geburtstag, zu Hause warten wie jedes Jahr ihr Mann, ihr Sohn und ihre Freunde, um gemeinsam zu feiern. Da findet sie im Schwimmbad den Ausweis einer anderen Frau und haut ab. Nach London, wo sie sich mehr erhofft, als ihr bisheriges Leben ihr bieten konnte. Am selben Tag feiert Friedrich Wünsche die Wiedereröffnung seines Warenhauses. Er hat es geerbt und hegt große Träume.

Was wäre ein besserer Ort für Utopien als das »Haus Wünsche«? ›Wünsche‹ erkundet, ob ein besseres Leben möglich wäre. Ob man nach dem Neuanfang ein anderer ist – oder nur um eine Lebenslüge leichter. Vera und die anderen Geburtstagsgäste, die sich einen Silvesterabend lang Sorgen um sie machen, erwartet ein Jahr voller Veränderung.


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